Pressestimmen
Konzert: "Vom Lobpreisen" im Haus der Begegnung, April 2000
Gottes Lob in perfektem Klang
Kritik Südwestpresse vom 03. April 2000
Cantus Novus und Hartmut Premendra Mayer
Vom Lobpreisen handelte das Chor- und Instrumentalkonzert im Haus der Begegnung. Der vom früheren Spatzen-Dirigenten Helmut Steger geleitete Kammerchor Cantus Novus sang dabei geistliche Musik aus drei Jahrhunderten.
Das Benefizkonzert zu Gunsten des Hauses der Begegnung stand ganz im Zeichen der Lobpreisung, einem zentralen Anliegen der Kirchenmusik aller Zeiten. Pfarrer Volker Metelmann las zwischen den Chorsätzen alte Texte, die den Lobpreisungsgedanken schon in der Frühzeit der Christenheit aufgriffen. Im Konzertprogramm lag ein gewisses Schwergewicht auf der Musik des 20. Jahrhunderts. Neben John Rutter, György Orbón, Petr Eben und Wolfram Buchenberg war es insbesondere der norwegische Komponist Knut Nystedt, dessen Kantate "Lobpreis der Liebe" breiteren Raum einnahm.
Abgesehen davon, dass der Kammerchor Cantus Novus, ein Chor junger Frauen, die alle ehemalige Ulmer Spatzen sind, für die Wiedergabe von Teilen dieser Kantate bei einem Wettbewerb in Regensburg einen Sonderpreis für die beste Interpretation eines zeitgenössischen Werkes erhielt, beeindruckte dieser Chorgesang wegen seiner originellen Tonsprache in besonderem Maße. Nystedt, der bereits 1992 im Auftrag der Stadt Ulm die Komposition "Ave Christe" für die Internationale Singwoche für Kinderchöre schrieb, verwendet unter anderem auch Sprechgesang, Klangmalereien und verschiedene Mundsgeräusche als musikalische Stilmittel. Vor einem fast impressionistischen Klangmantel steigen Psalmodien hervor, die hymnische Eindrücke vermitteln.
Der Kammerchor unter der zuverlässigen und inspirierenden Stabführung Helmut Stegers bewies seine Klasse gerade bei diesen Zeitgenossen. Seine absolut perfekte Intonation verbindet sich mit Klangschönheit, aber auch mit expressivem Ausdruck. Schon das "Lauda Sion" des ungarischen Komponisten György Orbón verkörperte diesen emphatischen Grundcharakter, der die Psalmenliteratur prägt. Im Bereich des jahrhundertealten Marienlobs erklangen dann "Ave Maria"-Kompositionen von Kodóly, Mozart und Gustav Holst, wobei letztere in seiner spätromantischen Diktion den stärksten Eindruck hinterließ. Auch Verdis "Laudi alla Vergine Maria" wurde meisterhaft gesungen und zeigte, dass Verdi neben seinen berühmten Opern auch begnadete Kirchenmusik zu schreiben vermochte.
Eigene Kompositionen
Neben den glasklaren Konturen des "Veni, sancte Spiritus" von Wolfram Buchenberg aus München und dem gefühlvollen "Cantique des Jean Racine" von Gabriel Fauré setzte Hartmut Premendra Mayer unter anderem auch mit eigenen Kompositionen interessante Akzente. Außer den "Vexations" von Erik Satie für Klavier und einem Prélude aus der d-Moll-Suite für Cello von Bach spielte der vielseitige Musiker Klangimprovisationen für Didgeridoo und Tam-Tam sowie eine eigene Improvisation für Klavier. Die éEsperinôsé für Cello solo nach Gedanken aus der Liturgie Nr. 2 von Mikis Theodorakis enthielten neben animierenden tänzerischen Passagen tiefsinnige, anrührende Kontrapunkte.
Dieses facettenreiche Konzert endete im sehr gut besuchten Haus der Begegnung mit begeistertem Beifall und Blumen, für die sich die jungen Chorsängerinnen mit einem Kanon bedankten.
Olaf Gööck
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