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Leitung: Helmut Steger
 

Pressestimmen

Konzert: "Abendgang im Lenz" im Haus der Begegnung, Mai 1999




Meisterhafter Chorgesang und ein Wiedersehen mit Helmut Steger

Kritik Südwestpresse vom 19. Mai 1999

Volles Haus für Helmut Steger und seinen Kammerchor Cantus Novus. Ihr nächtlicher "Abendgang im Lenz" fand ein begeistertes Publikum im Chorraum des Hauses der Begegnung - was könnte sich der ehemalige "Ulmer Spatzen"-Leiter und heutige Chordirektor des Stadtsingechors zu Halle Schöneres wünschen? Und wieder einmal bewies er seine Meisterschaft in der Kunst des Chorgesangs. Wie er eine Phrase einleitet, in sich atmen und ausschwingen läßt, wie er Höhepunkte vorbereitet und seine jungen Sängerinnen durch die mannigfachen polyphonen und harmonischen Tücken führt: All dies war bei dem breitgefächerten Programm zu bewundern.

Dazu die enorme Beweglichkeit der "Cantus Novus"-Stimmen, ihre heterogene Zusammensetzung, ihr geschmeidiger und doch konturierter Klang, ihre Transparenz und Reinheit. Daß Helmut Steger der jungen Sängerin und Klavierstudentin Marina Helfenstein die Chance einräumte, in einem Chorkonzert aus ihrem Prüfungsprogramm Liszts ebenso schwieriges wie gehaltvolles "Sonetto 123 del Petrarca" vorzuführen, bürgt für das freundschaftliche Verhältnis zwischen Dirigent und Chor.

Interessant das Hauptwerk des Abends: "Es ist ein Gesang in meinen Sommer gefallen", Heinrich Poos Zyklus für Frauenchor und Harfe (sehr ausdrucksvoll Juliane Baucke, Johanna Paul und Laima Svarlyte): Die teils vertonten, teils gesprochenen Texte unterschiedlicher Herkunft lehnen sich an Brahms und Schubert an. Träumerische, weitgeschwungene Gesangslinien in eigenwilliger Tonsprache wechseln ab mit leuchtenden Aufschwüngen von großer Strahlkraft. Und doch: Am schönsten war das einstimmige "Der Mond ist aufgegangen" am Schluß, schlicht und rein. Fast schade, daß Steger dem herzlichen Beifall nicht widerstehen konnte und noch zwei Zugaben folgen ließ.